Folge 12 – Das zeremonielle Feuer

Aktualisiert: vor 2 Stunden

 

Mit etwas Wehmut, ein letztes Reise-hallo, liebe Weggefährten!

 

Ja, tatsächlich, dies ist unser letzter Reisetag! Die Raunächte enden heute. Wir können die Gelegenheit dazu nutzen, noch einmal zu überdenken, was uns in den 12 Nächten alles begegnet ist. Welche Öffnungen haben sich gezeigt? Vielleicht hast du eine Geschwindigkeit erfahren. Langsamer ist schneller? Vielleicht ist Licht in die ein oder andere Beziehung gefallen, die dich belastet hat?

 

Wir haben jedenfalls einen Ritt gewagt und uns neuen Ideen ausgesetzt. Wir haben dabei ein Haus gewonnen, eine Schaukel und ein Telefon. Letzteres hat noch nicht überall geklingelt, aber ich rate euch: bleibt dran. Es ist der Kommunikationskanal mit dem Kosmos. Seht es vielleicht ein bisschen lockerer: bei mir zum Beispiel ist es so, dass ich anfange zu niesen, wenn der Kosmos mich in etwas bestätigt oder wenn er mich auf etwas aufmerksam machen möchte. Hatschi- es ist vollbracht. Manchmal muss ich dann sogar überlegen, worauf es sich beziehen könnte, denn es kommt oft zeitversetzt. Aber immer in angemessenen Rahmen: Stunden, manchmal 1-2 Tage. Nie länger.

 

Lasst uns am inneren Lagerfeuer Platz nehmen und bei einem Gläschen Met dem Erlebten nachspüren...

 

Wir haben zu Anfang erst einmal den Kontakt zum Kosmos hergestellt. Wir haben ersten Kontakt mit unserem inneren Raum aufgenommen, der Raum, in dem alle unsere Möglichkeiten schlummern und darauf warten, von euch wach geküßt zu werden. Haltet euer inneres Haus in Ehren und in Bewegung. Es ist immer und überall zugänglich. Wenn die Welt um euch herum tobt, wird sie es nicht einmal wahrnehmen, wenn ihr euch mal kurz ins Häuschen zurückzieht.

 

Urlaub im inneren Haus ist Regeneration, ist Orientierung, ist voller Liebe.

 

Wir haben einen zarten Anfang gemacht, uns der Macht der Sprache bewusst zu werden. Wörter kreieren Welten, denkt immer daran. Wenn du einen anderen mit schlechten Gedanken torpedierst, denk einfach dran: du sitzt mit im gleichen Schlamassel!! Wenn du ihn liebevoll ansprichst, wird das der Ort sein, wo auch du dich befindest!

 

Sprache heilt. Sprache kreiert.

 

Wir haben auch gelernt, dass die Welt kein Platz für trotzige, erwachsene Kinder ist. "Ich will" ist Ego-Domäne und kappt die Verbindung zu deinem wahren Selbst. In diesen Zeiten ist es nicht einfach über das wahre Selbst zu sprechen, die Egos verhöhnen es mit aller Kraft! Aber auch darüber haben wir etwas gelernt:

 

Das Ego ist eine eingepflanzte, nicht natürliche Instanz in unserer Psyche und es ist schlau! Es lernt mit.

 

Die wohl schwierigste Etappe dieser Reise war die Unterscheidung zwischen Ego und dem wahrem Selbst. Wir durften verstehen, dass wir ein einzigartiger, gleichwertiger und bescheidener Aspekt dieses kosmischen Kreislaufs sein können. So ist es vorgesehen. Das, was uns im Weg steht, ist die Eigenmächtigkeit, der Machthunger und die materielle Gier des Egos. Leider wurden wir alle (kulturell) für dieses Ego konditioniert. Wir haben es nicht einmal bemerkt (wie auch).

Die innere Stimme ist versiegt...

 

Jetzt lernen wir erneut, diese Stimme wieder zu hören. Durch Focusing beispielsweise. Wir verschaffen uns Zugang zum Körper und lernen, ihn zu hören. Klingeling...

Dann schon bald hören wir 2 Stimmen. Nein, das ist keine psychischer Fehlstand, das ist ein Erinnerungs-Prozess. Die innere Stimme versus Ego Stimme. Die Unterscheidung werden wir lernen. Aus unserer Mitte heraus. Keine Sorge.

 

Dazu haben wir unsere Schaukel.

 

Sie verbindet, sie überbrückt, sie erweicht verhärtete Strukturen, sie erinnert uns an kindliche Leichtigkeit. Sie ist ein sehr wertvoller innerer Ort für alle Situationen, in denen du dich nicht in der Lage siehst, alles zu verstehen. Steig auf und fliege! Überwinde dein Grenzland.

Fühle dich frei wie ein Vogel. Unterscheide.

 

Du bist frei und du bist nicht frei.

 

Auf der anderen Seite hat der Kosmos uns eine Grenze gesetzt, die kosmische Mauer. Sie bezeichnet den maximalen Radius, den wir uns von ihm entfernen können. Danach werden wir (oft durch ein Schicksal) wieder zurückgeholt in die Demut und wir dürfen den Weg wieder neu gehen. Wir werfen niemals bestraft, verurteilt oder fallengelassen. Das nehmt bitte mit.

 

Um diesen Prozess zu bewältigen, haben wir Hilfe.

 

Ihr kennt es schon: Das Weise. Es ist keine Persönlichkeit, kein Guru, kein Engel, es hat (und will) keinen Namen. (Über die Folgen falscher Benennungen kann ich hier nicht mehr sprechen, sonst reisen wir im Sommer noch, aber es wird im kommenden in diesem Jahr ein Workshop Thema werden.) Hierzu gab es einen Blog.

Das Weise ist sozusagen das ganze große Bewusstseinsfeld in und um uns herum. Es schwebt überall, ist jederzeit ansprechbar und wird dir immer helfen. Vorausgesetzt du handelst aus der Harmonie. Das Weise Feld kennt nur zwei Zustände, es ist anwesend oder abwesend. Das haben wir in der Hand. Es zieht sich nur dann zurück, wenn wir in den Händen des Ego sind.

 

Der Kosmos unterhält keine Beziehung zum Ego. Gar keine.

 

Wir glauben oft fälschlicherweise, dass der Lebenssinn darin läge, berühmt zu werden (damit unsterblich, was ein Irrtum ist), oder besonders mächtig und reich zu werden (was aus der Sicht des Kosmos dem "Steine schleppen" entspricht).

Wir müssen auf diesem Planeten keinen Abdruck hinterlassen. Du musst keinen Bestseller schreiben, du musst nicht der Beste sein, du musst dich nicht mit Materiellem zuschütten, um als einzigartig anerkannt zu werden. Aber mit jeder kleinsten positiven Geste, mit jedem kleinsten freundlichen Gedanken erweiterst du das große Bewusstsein. Nur das Positive mündet dort ein. Und nicht ein einziger Cent.

 

Der Sinn unseres Lebens ist die Evolution des Kosmos.

 

Dazu musst du nicht auf einem Berg sitzen und 40 Tage hungern. Du musst nicht deinen Alltag verlassen, um dich nur noch dem wahren Selbst zu widmen. Es geht um verbinden, um ausgleichen.

 

Lass dich vom Kosmos durchdringen, sei durchlässig, sei zweiseitig.

 

Wir haben also etwas über Selbstheilung gelernt. Selbstheilung geht über den gesundheitlichen Begriff weit hinaus. Er bedeutet, dass wir anfangen, körperliche und seelische Zustände zu verstehen, und sie richtig zuzuordnen. Eine Wunde braucht möglicherweise Salbe UND das Hören des inneren Telefons. "Warum hast du, lieber Köper, an genau dieser Stelle geklingelt?" Was liegt dahinter?

 

Finde die Antwort in deinem inneren Haus. Geh hin! Heile dich selbst.

 

Äußere Konflikte, erinnere ich ganz zum Schluss noch einmal, löst du mit dem Inneren Nein. Zieh dich innerlich aus dem Brennpunkt heraus und spreche tonlos und aufrichtig langsam ein Inneres Nein aus dem Herzraum heraus. Bitte Das Weise sowohl dein als auch das Ego des anderen zu zügeln. Veränderung ist auf dem Weg!

 

Ich habe euch im gestrigen BLOG die Vorbereitung für das zeremonielle Feuer mitgegeben. Schaut noch mal rein, falls ihr den Blog übersprungen habt.

 

JETZT SIND WIR ANGEKOMMEN

 

 

Ihr Lieben, ich danke euch von Herzen, dass ihr euch geöffnet habt, dass ihr den Prozess zugelassen habt. Heute Abend übergebt euer Heft oder einen Zettel mit Erkenntnissen und Bitten um die Hilfe, die ihr braucht, um euren Weg weiterzugehen.

 

Ich werde das Feuer auch zuhause zelebrieren und danach begebe ich mich in kurze Winterpause. Ich checke für den Monat Januar aus. Es liegen so viele Ideen auf meinen Tisch, sie fordern Aufmerksamkeit.

Mit dem Licht, am 2. Februar, werde ich zurück sein!

 

Macht´s gut!

Alles Liebe Birgit

 

Hier ein Vorschlag für eine Feuer-Ansprache:

 

Lieber Kosmos,

Du hast mir während der letzten 12 Nächte ermöglicht, dich zu sehen.

Ich habe eine Ahnung davon bekommen, welche große Güte mich umschließt.

Ich schwebe schwerelos in deiner Großzügigkeit.

Es ist diese Schwerelosigkeit, nach der ich mich schon so lange gesehnt habe.

 

Ich habe verstanden, lieber Kosmos, dass Vieles in meinen eigenen Händen liegt.

Gerade fühle ich mich etwas unsicher, ob ich mir das alles merken kann, ob ich das alles so schaffe!

Aber wie das Heilige Feuer hier und jetzt so vor mir lodert, erkenne ich die Kraft.

Meine aufsteigende Kraft.

Ich erinnere mich an die schillernde Blase, mein originales Bild.

Ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie sie in das große Bewusstsein eingebettet ist.

Mir kann ja nichts passieren!

Ich habe es gesehen.

 

Einiges, lieber Kosmos, habe ich in mein Heft geschrieben.

Viel mehr noch habe ich schreiben wollen.

Ich bin nicht dazu gekommen.

Ich lerne noch, wie ich dich in meinen Alltag integrieren kann und ich bitte dich

aufrichtig

um Unterstützung.

Nimm das, was ich gefühlt und erlebt habe

mit auf in das heilige Feuer

und transformiere es zum Wohle aller und

zum Schaden von niemandem.

 

Ich halte nichts mehr fest,

ich klopfe den bröckligen Schutt meines alten Denkens aus meinen Kleidern,

ich fühle mich für nichts, aber auch gar nichts, schuldig,

denn ich habe verstanden, dass es keine Schuld gibt.

Damit beginnt der Prozess der Selbstheilung.

 

Ich entscheide mich ganz klar für alles,

was harmonisch und in Einklang mit deinen Prinzipen ist,

die das große Ganze

wie ein Klebstoff zusammenhalten.

Ich bin sehr glücklich über meinen inneren Raum,

den ich Form eines Hauses kennenlernen durfte.

Ich werde es überall mit hinnehmen.

Die Schaukel wird mich lebendig halten,

sie wird mich mit meinem Körpern in Kontakt bringen,

der alles über uns beide weiß, über dich lieber Kosmos,

und über mich.

Ich bin heil.

 

Danke, dass du mich angerufen hast.

Danke.Danke.Danke

Die Raunächte und das I-Ging / Folge 12

Sun/Kun HX 46 Das Empordringen / Emporgehoben werden

 

Ihr Lieben, hallo!

Seid ihr bereit für die letzte Etappe? Am Montag wird alles, was wir hinter uns lassen wollen, dem heiligen Feuer übergeben.

Vielleicht findest du an diesem Wochenende etwas Zeit für dich und kannst noch einmal durch deine Aufzeichnungen gehen. Gibt es noch etwas, was du nachlesen oder vertiefen möchtest? Ich habe alle BLOG Folgen unter diesem Link eingestellt. Hier noch einmal die Anleitung (Folge 0) für die Feuerzeremonie bei dir zuhause, im winterlichen Garten, geschützt auf dem Balkon oder an einem anderen (bitte feuersicheren!) Ort, an dem du dich wohlfühlst.

 

Als letztes Hexagramm dieser Raunächte schickt uns der Weise ein Hexagramm mit einem Doppelnamen: Das Empordringen/ Das Emporgehoben werden. Hierbei geht darum, wie die innere Entwicklung eines Menschen zur Erfüllung seines Lebens führt. Ein wundervoller Abschluss für unsere Reise durch die Raunächte, danke lieber Kosmos.

 

Emporgehoben werden

Die Kernbotschaft des I-Ging kennt ihr schon: letztlich geht es im Leben darum, unser wahres Selbst Schritt für Schritt aus den Klauen des Egos und dessen Parallelwirklichkeit zu befreien. Durch die Hilfe des Weisen und der kosmischen Helfer kann Transformation auf atomarer Ebene geschehen, was dem Bild "Emporgehoben werden" deutlich entspricht.

 

Im krassen Gegensatz dazu stellen sich die Bedingungen des kollektiven Ego dar, wenn man dort "emporgehoben" werden wollte. Hier wird an äußeres Handeln appelliert, das sich an undurchsichtige Regeln, starre Vorstellungen und Vorschriften zugunsten einiger Weniger anpasst. Und schon sind wir beim Missbrauch von Macht, woraus- das erkennen wir jetzt schnell- zwangsläufig widriges Schicksal entsteht. Auf der kollektiven Ebene stellt es sich häufig in Form von Krieg, sozialen Unruhen oder als Naturkatastrophen dar.

 

Da wir uns für das neue Jahr frische Ziele gesetzt haben, ist hier vielleicht der richtige Moment, um kurz über Erfolg im kosmischen Sinne zu sprechen:

 

Erfolg

Was Erfolg für das kollektive Ego heißt, ist uns klar, das haben wir wahrscheinlich alle schon in erlebt. In der Berufswelt und wahrscheinlich auch im persönlichen Umfeld. Es heißt Konkurrenzdenken, Übervorteilen von anderen, Wissensvorenthaltung, es heißt rücksichtslos seine persönlichen oder unternehmerischen Ziele erreichen. Solche Erfolge werden in äußeren Besitztümern und Machtstellungen gemessen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind häufig durch hierarchische (Hinter-)Gedanken getrübt.

Interessanterweise funktioniert diese riesige Maschinerie ohne jeglichen äußeren Kraftstoff. Sie wird vielmehr von der Energie vieler strampelnder Wesen betrieben. Denn der Kosmos unterstützt sie in keiner Weise mit seiner Chi Energie.

 

In irgendeiner Skalierung kennen wir das alle. Grund genug, uns für einmal damit auseinanderzusetzen, was uns diese automatisierte innere Einstellung eigentlich kostet und was geschehen würde, wenn--

Du bist an dem Punkt des Emporgehobenwerdens.

 

Im I-Ging bezieht sich Erfolg auf positive Ereignisse, die dann erzielt werden, wenn ein Mensch

die Sinne seiner inneren Wahrnehmung nutzt (wie fühlte ich das?),

um die innere Wahrheit einer Situation zu erfahren (worum geht es wirklich?).

Und um mithilfe des Weisen und der kosmischen Helfer daran zu arbeiten (einen offenen Geist haben),

diese Situation zu harmonisieren (die Hin- und Her Bewegung zwischen deiner und der kosmischen Sicht).

 

Dass das kosmische Bewusstsein uns zum Abschluss der Raunächte dieses Hexagramm vorgelegt hat, bedeutet, dass es uns klarmachen will, dass wir uns zwischen diesen beiden Wegen entscheiden müssen.

 

Wählst du den Weg deiner inneren Wahrheit oder gehst du den Weg des kollektiven Ego und strebst nach Werten, die vielleicht nicht deine sind?

 

Bist du bereit Hindernisse und Blockaden auf kosmische Art zu überwinden anstatt zu streiten, zu prozessieren, zu mobben, zu leiden, zu jammern, ungesunde Körperzustände zu erzeugen?

Bist du also bereit, das dreifache Innere Nein zu benutzen, dann den Weisen und die kosmischen Helfer aufrichtig um Hilfe zu bitten, um eine- im kosmischen Sinne- einvernehmliche Lösung zu finden?

Deine Antwort auf diese Frage ist eine Wegkreuzung. Sie könnte der Anfang deines neues Weges sein. Du entscheidest!

 

Der/das Weise gibt dir noch etwas mit auf diesen Weg:

Was das individuelle Ego betrifft, so sagt uns der/das Weise mit diesem Hexagramm, ist es sehr wichtig, ihm nicht die Kontrolle über unsere Persönlichkeit zu überlassen. Das Ego fürchtet nichts mehr als Selbstprüfung. Es wird versuchen, den Prozess deiner Befreiung zu manipulieren(Folge3). Durch Selbstzweifel, durch Angst, durch Schuldzuweisungen, durch Scham, durch die Verlockung mit weltlichen Zielen. Erfolg im Ego-Sinne ist immer zielorientiert.

"Ich will...!", "von nichts kommt nichts!", "was ohne Mühe gewonnen wird, ist nichts wert...", man muss sein Möglichstes geben...", und vor allem, "man muss mit dem Strom schwimmen".

 

Es gibt eine Art Barometer: Die Ratschläge des Weisen und der Helfer fühlen sich immer gut an; die des Ego erschöpfen uns. Letztere verwickeln uns in komplexe Systeme von Macht, Rechenschaft, Zweifel, übermenschlicher Anstrengung und Unterdrückung. Es macht wenig Sinn sich weiterhin in diesem Denksystem aufzuhalten und gleichzeitig zu hoffen, in diesem System gesunder, entspannter und fröhlicher zu werden. Der Angelpunkt zur Verbesserung liegt in dir. Es ist eine bewusste Entscheidung.

 

Bei aller Warnung ist dieses Hexagramm aber vor allem eine Bestätigung des Weisen, dass du auf dem richtigen Weg bist! Das ist ein hohes Lob! Nimm es an und lass es einen Augenblick wirken.

 

 

Der Ahnenbaum

Ein sehr wichtiges Thema kommt ganz zuletzt. Der Weise spricht hier von der Erkenntnis, dass sich falsche Gedankenformen von Generation zu Generation nach unten vererbt haben, ohne dass sie jemals hinterfragt worden wären. In der christlichen Tradition wird hier häufig von Erbsünde oder Erbschuld gesprochen, einer dieser schauerlichen Gedanken, die sich wie ein Krankheitskeim durch unsere Gesellschaft ziehen.

Dieses starre Gedankengut basiert auf der Trennung zwischen Körper, Geist und Seele (Folge 11). Aus dieser Perspektive wurde uns gelehrt, dass wir uns- unter Androhung von Strafen wie die Hölle- über unsere niedere Natur (Tiernatur) erheben müssten. Müüüühsam!

Aus der Sicht des I-Ging ist diese Tiernatur unsere natürliche Verbindung mit dem Kosmos.

Die menschenzentrierte Sichtweise hingegen ist eine Trennung dieser Verbindung, eine Überhöhung, die uns glauben macht, dass der Mensch höher steht, als alle andere Arten und Lebensformen. Darüber findest du mehr in (Folge 8).

 

Die Schönheit der Kommunikation mit dem Weisen zeigt sich auch hier wieder: an dieser Stelle verweist er noch einmal auf das Hexagramm Neuanfang, mit den wir den Zyklus vor12 Tagen begonnen haben.

Wer den Hirsch jagt ohne Förster, der verirrt sich nur im Wald

heißt es in der für das I-Ging so typisch bildhaften Sprache.

Der Förster ist das wissende, liebende unterstützende Bewusstseinsfeld (der/das Weise), das uns bei der Jagd (auf das Ego) führen kann. Sinn dieser "Jagd" ist die schrittweise Befreiung des wahren Selbst aus dem festen Griff der Ego-Werte.

 

 

Einzigartigkeit, Gleichwertigkeit und Bescheidenheit

Wir erinnern uns: Das sind die drei Prinzipien, die uns mit dem Kosmos verbinden, die uns Würde verleihen.

Einzigartigkeit, nicht zu verwechseln mit "besonders sein" wollen.

Bescheidenheit heißt nicht, sich materiell zu bescheiden oder den weltlichen Dingen zu entsagen, sondern heißt, dass man seine inneren und äußeren Sinne in Übereinstimmung bringt und aus dem Einklang dieser Sinne fühlt.

Gleichwertigkeit gibt jedem Aspekt des Kosmos den gleichen Stellenwert. Nur so kann das Prinzip der komplementären Anziehung wirken, das uns alle verbindet. Es ist die Liebe.

 

Ein schönes Schlusswort.

 

 

(...) Abschied von deinem Heft
  • Vielleicht nimmst du dir jetzt dein Heft vor.

  • Blättere rückwärts und fühle, welche Wörter dich anblitzen.

  • Schreibe sie vielleicht noch einmal gesondert hin.

  • Dann lass sie einen Moment auf dich wirken und schreibe auf, was sie dir sagen.

  • Hast du einen neuen Freund, den Weisen?

 

Geschafft!

Die 12. Folge geht zu Ende. Du hast dir die Mühe gemacht, dich vielen neuen Gedanken auszusetzen. Danke für diese Anstrengung. Sie wird uns alle weiterbringen. Am Ende des Weges möchte ich noch einmal Carol K. Anthony und Hanna Moog für ihr wunderbares Werk "I-Ging, Das Kosmische Orakel" danken. Ich habe mich in dieser BLOG Reihe vielfach auf dieses Werk bezogen und bin dankbar dafür. Ich habe einige Dinge vereinfacht dargestellt, weil die Methode sehr in die Tiefe geht und ein wirklicher Pilgerweg ist. Diesen Weg muss jeder für sich und allein gehen.

Ich selber arbeite seit vielen Jahren mit dem I-Ging und nutze es immer wieder in meiner Coachingarbeit.

 

 

Meine persönliche Erfahrung

Was ich euch aus eigener, sehr persönlicher Erfahrung sagen kann, ist, dass sich das Leben tatsächlich verändert!

Der Gewinn, die innere Ruhe, die Verbundenheit und die Trittfestigkeit im Leben sind der hohe Lohn für die Mühe, diesen Weg zu gehen.

Ich habe nach langer Sinn-Suche diesem Weg ( zu dem auch das Focusing gehört) die Erkenntnis zu verdanken, dass wir nicht eines Tages fluchtartig diesen Planeten für eine andere Dimension verlassen werden, sondern dass der Weg in die Freiheit durch die eigene Mitte geht.

Es gibt keine Bedingungen, die zu erfüllen sind, es wird nichts verlangt- außer authentisch zu bleiben.

Ich war ein misstrauischer Mensch und es ist mir sehr schwer gefallen, zu vertrauen. Für jeden Lernimpuls hatte ich gleich einen Zweifel parat. Aber an irgendeinem Punkt ist meine Willenskraft (die zu unserer Grundausstattung gehört, jeder hat sie!) nach vorne getreten und hat die heiligen Worte: "ich will!" gesprochen. Von da an habe ich Grundvertrauen entwickelt.

 

Der Prozess war natürlich nicht ohne Rückschläge. Die schlimmsten waren die, wenn ich plötzlich feststellen musste, dass ich über den Alltag den Kosmos völlig "vergessen" hatte. Aber ich habe mich erinnert, und einfach weiter gemacht. Von einer Wegkreuzung zur anderen.

 

Ich bin in großer Vorfreude auf das Jahr 2020. Ich sehe mehr und mehr Menschen, die sich Gedanken machen. Ein Danke an unsere Kinder, die sich erheben und bereit sind, Veränderungen herbeizuführen. Ich sehe viele Erwachsene, die bewegungslose, starre Jahre auf irgendeinem Designer-Sofa festgenagelt waren, plötzlich auf meinen Streifzügen durch die Natur. Am Neujahrstag, strahlend blau und sonnig, sind mir so viele Familien begegnet und ich möchte euch sagen:

"Danke, dass ihr da seid!"

 

Der letzte Schritt:

Montag, den 6. Januar, wird mit dem Ende der Raunächte das so liebevoll und vielleicht auch an mancher Stelle schmerzhaft geführte Heft dem reinigenden Feuer übergeben.

Wenn du nicht dazugekommen bist, in ein Heft zu schreiben, nimm dir JETZT irgendeinen Zettel und schreibe das auf, was dich JETZT bewegt. Das reicht schon!

 

Für die genaue Anleitung der Feuerzeremonie schau bitte noch einmal in Folge 0.

 

Diese Raunächte waren ein Abenteuer.

Ich habe viel und gerne daran gearbeitet.

Vielleicht sind wir BLOG Freunde geworden und sehen uns wieder?

Das würde mich sehr freuen.

 

Bleibt gesund und fröhlich, bleibt zuversichtlich und vertraut eurer inneren Stimme.

 

Liebe Grüße

Birgit