¡Change! Auf zu neuen Ufern...


Sie sind kaputt, nach all den Jahren!


Liebe Blogfreunde,

kennt ihr das? Die Lieblingsschuhe geben auf? Diagnose: irreparabel. Der Schuster guckt dich an, als wärst du von einem anderen Stern, im Outdoor Store sagen Sie dir (ehrlich) freundlich, dass es nach 15 Jahren vielleicht mal gut sein müsste mit der Garantie...

¡Change!


Da Veränderungen zu jeder Zeit eine Konstante sind, dachte ich, dass das Requiem auf meine guten alten Wanderschuhe, (noch ein letzes Mal) als Aufhänger dienen könnten. Doch, doch, ich habe mich gebührend verabschiedet und es gibt sogar schon neue...

Als ob das so einfach wäre. Da hängen immerhin unendlich viele Bilder, Geräusche, Gerüche, Landschaften und Begegnungen dran. Ich bin gestolpert, gerannt, gehüpft und gerutscht. Es gab (innere und äußere) Erdrutsche, es gab Klimazonen, es gab Eis, Schnee und Sand, es gab bergauf´s und gab bergab´s.

(Und jetzt, wo ich das Bild so betrachte, denke ich, dass ich vor dem Recyceln die Schnürsenkel hätte aufbewahren können).


In gewisser Weise spreche ich über Trauer. Veränderung ist oft von Trauer begleitet, denn etwas muss gehen, bevor das Neue kommen kann. Ich spreche jetzt vielleicht über einen profanen Ansatz (den Verlust von blöden Boots), aber der Prozess ist immer derselbe.

Er verdient einen Stellenwert, eine Aufmerksamkeit, Würdigung und Zeit zur Bewältigung.


Unsere westliche Kultur schenkt diesem Prozess der Trauer allerdings wenig Angemessenheit. Es wird Stärke erwartet, (besonders von Männern- sage ich mal mitfühlend), es wird Rationlität erwartet ("jetzt muss es aber mal gut sein..."), es wird Vergessen gefordert. Schnelles Vergessen. Offizielle Trauertage sind irgendwie in Brückentagen aufgegangen. Wir haben keine Zeit...


Doch unser innerer Kompass wird nicht ruhen.

Er – und niemand sonst – kennt unsere wahren Bedürfnisse. Er lässt sich für eine Weile zur Seite schieben, aber irgendwann schlägt er Alarm. Vielleicht ist ein undeutendes Erlebnis, wie der Verlust von ein paar Schuhen, den unser Kompass nutzt, um sich bemerkbar zu machen. Und dann sind wir gut beraten, hinzuhören.


Es gibt viele Symptome, die dieser innere Kompass uns schickt. Manchmal sind wir einfach unerklärlich müde und erschöpft, obwohl wir (nach eigenen Angaben) genug geschlafen haben. Manchmal sind wir nicht leistungsfähig, kommen einfach nicht in die Pötte. Das, was uns normalerweise aus der Feder fließt, will sich nicht zeigen. Der Traumjob ist plötzlich öde Wüste, Menschen sind Energievampire und weit und breit ist keine Ladestation in Sicht.


Vielleicht haben wir auch die Rolle des Opfers zugelassen ("ich muss immer arbeiten, auch am Wochenende...") und wir erkennen nicht, dass hinter dieser Überzeugung etwas Trauriges bewältigt werden will. "Ich muss..." , "ich kann nicht...", "es geht nicht anders..." das sind die Glaubensätze eines sozialiserten Seins, dass im Grunde fremdbestimmt ist. Doch solche Sätze lassen sich einfangen und hinterfragen. "Ist das wirklich so?"


Elisabeth Kübler Ross hat uns wegweisende Bücher hinterlassen, wenn es um die Stadien dieses Bewältigungsprozesses geht. Und das Wunderbare ist: am Ende dieses Weges, wenn also das letzte Stadium – die Akzeptanz – erreicht ist, dann gehen wir in die Heilung. Wir werden merken, wie sich unser Inneres weitet und wir tiefes Glück empfinden. Glück, das wir mit anderen teilen können, weil wir endlich genug davon haben. Die Bruchstelle kann zur Stärke werden.


Wir verbinden mit dem Wort Trauer oft den Verlust eines lieben Menschen. Das ist sicher der stärkste Fall von Trauer, der auf jeden von uns zukommen wird, eines Tages...

Aber wir verkennen, wie wichtig es ist, die kleinen Trauerfälle zu bewältigen, die Enttäuschungen, die Vernachlässigungen, die Unachtsamkeiten die zwischenemschlichen Verletzungen.

Auch sie wollen betrauert werden; denn erst dann kann die Zeit sie wahrhaftig heilen und sie fließen nicht ab in Nebenkanäle, die wir gar nicht zuordnen können.


In meiner Arbeit als Life & Focusing Coach zeigt sich unbewältigte Trauer immer wieder an den unerklärlichsten Stellen. Ich stelle meinen Klienten zwei Ansätze zur Verfügung, Focusing oder Life Coaching.

Im Focusing begegnen wir den Antworten auf einer tiefen, inneren Ebene. Wir zapfen das Wissen unseres Körpers an und erfahren – nachdem wir endlich gefragt haben – worum es wirklich, wirklich geht.

Im Life Coaching befassen wir uns mit solchen inneren Unständen aus dem Alltagsbewusstsein heraus. Gezielte Fragen und erprobte Zugriffstechniken heben den verborgenen Schatz. Denn das ist sie, unsere wahre Motivation zum Glücklichsein.


Ich empfehle jedem, sich seinem inneren Kompass zuzuwenden.

Jetzt! Denn die Zeiten sind wild und der Wasserstand ist hoch.


Und weil ich ein unverbesserlicher Optimist bin, habe ich die Schuhe auf dem Foto nach Osten ausgerichtet- in die Richtung der aufgehenden Sonne.


Herzliche Grüße, und lasst nichts anbrennen!

Und wie immer erbitte ich Kommentare.


Birgit






























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