HILFE, ICH BIN REICH!

Aktualisiert: 16. Apr 2021


BLogpost, Wenn du plötzlich erkennst, dass du reich bist...
Photo by Christopher Campbellon on Unsplash

Hallo zusammen,


Eigentlich wollte ich heute gar keinen Blog schreiben, aber das Thema ist mit solcher Klarheit zu mir gekommen, dass ich mich jetzt sofort an den Laptop setze, um die Inspiration mit euch zu teilen.


Ich bin heute um kurz nach 5 aufgewacht. Der Unbekannte, der jeden Morgen – laut klappernd– die Zeitungen in die Briefkästen meiner Nachbarn schiebt, war heute spät dran. Kurz nach 5 eben. Wahrscheinlich, weil heute die Welt weiß ist und die Temperaturen gut unter Null sind! ich liebe Raureif.


Wenn ich – warum auch immer – früher wach werde als mein ohnehin früher Wecker, dann stehe ich halt auf. Ich wälze mich nicht mehr im Bett, rechts, links. Das empfinde ich (mittlerweile) als verschwendete Möglichkeit, mich zu zentrieren und in meine innere Ruhe zu kommen. Auf die innere Startbahn sozusagen. Als ich noch als Regisseurin gearbeitet habe, hatte ich oft mit Schlaflosigkeit zu kämpfen. Besonders vor den großen Reisen. Ein unruhiger Geist wollte die Packliste noch mal überprüfen, wollte unbedingt einen Fehler finden, den vielleicht gemacht haben könnte...


Ich habe dazugelernt. Viel dazugelernt. Ich bin reich geworden!


Noch mal zurück:

Ich bin also putzwach und überlege, wozu ich Lust hätte. Meditieren? Lesen? Einen Blick in die Karten werfen? Oder mit dem Weisen kommunizieren?

Letzteres.


Während ich leise durch das Haus tapere, um mir Kaffee, Stift, Heft und Buch zu holen, denke ich darüber nach, wie viel sich in den kurzen Jahren, in denen ich diese herrliche Morgenstunde für mich "freischaufelt" habe, verändert hat. Ich denke darüber nach, wie sehr anfangs gejammert habe, "oh, sooo früh aufstehen! jeden Tag...?" Das ist lange her.

Während langsam der erste Kaffeeduft aufsteigt, breitet sich in mir innere Zufriedenheit aus. Wie gut das tut!


Als ich angefangen habe, mich aus der emotionalen Armut (Mangeldenken zum Beispiel) zu entwirren, war es also zunächst ein Kampf mit der Bequemlichkeit. Zu jener Zeit erschien es mir mühsam und auch irgendwie sinnlos, "mitten in der Nacht" aufzustehen und schon wieder "etwas tun zu müssen".


Darüber lächele ich heute. Von "müssen" ist schon lange keine Rede mehr, stattdessen habe ich die Zeit vor dem Tag immer um ein paar Minuten mehr ausgedehnt. Es ist nur der Kopf, der denkt, er müsse dich dich in rastlosem Schlaf halten! Inzwischen habe ich die Aussenbeleuchtung eingeschaltet, meine Schaffell Yogamatte ausgebreitet, aber ich entscheide mich trotzdem heute gegen meditieren... So frei bin ich. Ic bin wirklich reich.


Dieses Ausbreiten der Matte, die Kerzen und das feine, dezente Räucherwerk gehört zu den lieb gewonnenen Ritualen, mit deren Hilfe ich die Morgenträgheit schließlich überwunden habe.


Irgendwann werden solche Rituale dann überflüssig. Das äußert sich meistens als Störung! Keine Streichhölzer mehr, Kaffee alle, das tolle Buch unauffindbar verlegt. Ich glaube, der Kosmos lässt uns an dieser Stelle erkennen, das wir das ganze Drumherum eigentlich nicht mehr brauchen und wir uns einen direkteren und schneller Zugang zu ihm verschaffen könnten. Unsere innere Wahrheit liegt quasi ausgerollt vor uns.


Diese neue Freiheit war eine schwierige Phase für mich, weil mir plötzlich der Halt fehlte. Solche Rituale – oder sollte ich sagen Gewohnheiten– sind ja ein bisschen wie Handläufe an einer steilen Treppe. Geht es dir manchmal auch so, dass du erst im Nachhinein bemerkst, was du eigentlich an Freiraum besitzt? Diesen inneren Raum, der nur dir allein gehört. Wie groß du ihn werden lässt, liegt bei dir.


Wenn du jetzt "ja", denkst: dann bist du reich! Himmlisch reich.