Le Pierre des Druides

Aktualisiert: Mai 24

Unerwarteter Besuch bei den alten Druiden



Vor langer Zeit habe ich ein französisches Buch geschenkt bekommen, das den Titel trägt: magische Orte im Elsass und in den Vogesen. Als meine Freundin dann ins Elsass zog, fiel es mir wieder ein. Seitdem wandern wir die Orte systematisch ab.

Das Buch ist alt und nicht mehr ganz korrekt, was beispielsweise die Straßenführung angeht. Aber meine Freundin ist mit einem untrüglichen inneren Navigationsapparat ausgestattet und ich mit dem Instinkt des Schamanen. Irgendetwas finden wir immer. Nicht immer das, was wir gesucht haben.


Der Druidenstein

sollte senkrecht stehen wie ein Menhir und eine berühmte Gravur tragen. Wir schlängeln uns mit dem Auto durch ein schluchtenreiches Tal in den Vogesen. "Wir kommen von der anderen Seite," sagt meine Freundin zielsicher und ich widerspreche bei so was nicht, weil ich wenig Orientierungssinn habe. Ich lege seufzend die Karte beiseite, ist einfach nicht mein Ding.


Der Parkplatz liegt schon ziemlich hoch und wir laufen über einen gut ausgebauten Weg weiter in die Höhe. Vor uns ein rotes Felsmassiv, steil. Links und rechts davon gehen steile kleine Pfade bergauf. Wir nehmen den linken. Es dauert nicht lange, das erreichen wir eine Plattform.






Von hier oben haben wir einen sensationellen Blick auf die Burgruine "Dabo". Sie blitzt zwischen den Zweigen rechts durch. Die Luft ist heute so klar, es ist eine echte Belohnung.







Aber es geht noch weiter bergauf. Hier oben stehen die merkwürdigsten Bäume. Sehr alt, sehr knorrig.


Dieser hier sieht aus, als ob er einen Moos Pullover trüge. Die Eiche war der heilige Baum der Druiden.

Im Nachhinein haben die vielen bizarren Bäume schon darauf hingewiesen, was uns erwarten wird: Ein ganz besonders, sehr altes Monument.

Aber wir Stadtmenschen haben verlernt so zu sehen. Unsere Aufmerksamkeit gilt der Karte, der Wander App.

Dann verpasst man eben manchmal die Botschaften der Bäume.



Man merkt (selbst als Stadtmensch), dass sich die Erdenergie verändert hat. Wir fühlen uns beflügelt, sind albern und sehr fröhlich. Gleichzeitig aber auch sehr achtsam, denn das Gefühl von etwas Außergewöhnlichem begleitet uns. Wir finden den vermoosten Überrest einer Heidenmauer. Man kann deutlich erkennen, dass diese Türmung sehr, sehr alt ist.

Wir gehen weiter, jetzt still und suchend. Ein unscheinbares Schild weist nach links "Pierre Des Druides" (Stein der Druiden).

Wir schauen nach dem Menhir, wo steht er? Er steht gar nicht, er liegt! Ist er über die Zeit umgefallen? (Noch immer ahnen wir nicht, dass wir an der völlig falschen Stelle sind).





Die Sonne stupst uns mit er Nase drauf.

Hier liegt ein alter Altarstein, exakt nach Norden ausgerichtet. Dort, wo die Sonne hin leuchtet muss ein altes Opferbecken gewesen sein. Die Geschichte geht zurück bis in das 8. Jahrhundert vor Christus.












Mit Regenwasser gefüllt sieht es aus wie ein kosmisches Auge.










In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Steinkreis mit einem Eingang. Möglicherweise sind die oberen Steine später aufgebaut worden, aber der Grundriss war sicher vorhanden. Was war das einmal? Ein Aussichtsturm, ein Observatorium? Wir wissen es nicht, wir finden keine verlässlichen Informationen.






Wir essen unseren Gugelhupf. Abenteuer macht hungrig. Inzwischen ist uns natürlich klar, dass wir einen anderen heiligen Stein gefunden haben, als wir ursprünglich dachten. Wir sind sehr dankbar für diese Entdeckung in völliger Einsamkeit.

Erst am Nachmittag- beim Abstieg- begegnen uns erste Spaziergänger. Sie kommen wahrscheinlich zum spektakulären Sonnenuntergang mit Blick auf den Dabo.

Ob sie wohl weitergehen werden, zum Stein?


Ich grüße euch herzlich,

Birgit

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