Was ist Focusing?

Focusing ist ein innerer Wachstumsprozess, bei dem der Klient von einem speziell ausgebildeten Focuser begleitet wird...

Focusing: Zugang zu meinem inneren Wissen

Focusing ist ein innerer Wachstumsprozess, bei dem der Klient von einem speziell ausgebildeten Focuser begleitet wird. Es ist ein schneller Weg, um zur eigenen Wahrheit vorzudringen, das zu erkennen, worum es wirklich geht.

Focusing ist ein körperorientierter Prozess der Selbstwahrnehmung und der psychischen Genesung. Es ist keine Therapieform.

Und: es hat tatsächlich nur ein s in der Wortmitte.

Focusing ist überraschend leicht zu praktizieren:

Der Focusing-Begleiter kennt Wege, wie man den Klienten behutsam dahin führt, seinem eigenen Körper zuzuhören, damit sich eine tiefere Wissensebene öffnet.


Es ist kein Hypnose-Verfahren.

Focusing-Begründer war der Österreicher Eugene Gendlin, der an der University

of Chicago lange Jahre mit Carl Rogers zusammenarbeiten konnte. Dort hatten sie die Möglichkeit, ihre für die damalige Zeit "verrückte Idee", der Klient bestimme den Verlauf der Therapie, wissenschaftlich zu dokumentieren und seine Wirksamkeit zu belegen.

Der Ansatz ist nicht neu, Gendlins erstes Buch wurde bereits 1978 veröffentlicht. Seine Gedanken sind aber immer noch zeitgemäß und Grundlage für viele Arbeiten, die sich daraus entwickelt haben.

Ich werde berichten und podcasten.

Wenn man es einmal erfahren durfte, verändert das Focusing unser Leben.

Ich war tief bewegt, wie schnell, wie leise und wie effektiv es funktioniert:

Zu Anfang der Sitzung (und dieses Wort passt schon nicht! Sollte man nicht vielmehr sagen: zu Anfang der menschlichen Begegnung?) wird ein innerer Freiraum geschaffen. Erste Gedanken, die einem zu dem gewünschten Thema kommen, werden vom Focusing Therapeuten oft erst einmal beiseite geschoben, damit der Raum für das Wesentliche entstehen kann. Dann wird man von einer Leichtigkeit und Ungebundenheit erfasst, die an sich schon der Sache wert gewesen wären...

Aber es geht weiter...  

Plötzlich springen einem Sätze, Wörter, Bilder, Szenen vor Auge, die unbedingt herauswollen. Sie sind ungesteuert, sie sind teilweise sehr alt und sehr tief. Der Körper spricht!

Wenn man jetzt denken wollte,  "ach, das funktioniert bei mir sowieso nicht, schon in Meditationen nicht...", wenn sich also der innere Kritiker mal wieder wortgewaltig meldet, ist man für eine Überraschung gut. Dieser alte Quälgeist wird links außen überholt! Denn das Schöne ist: es gibt keinen Druck. Das ist die besondere Leistung des begleitenden Beraters. Er sorgt für innere Ruhe; er kennt Wege, dem Klienten seinen ureigenen Raum zu öffnen. 

Gegen das Wort Methode hat Gendlin sich gewehrt, er nannte es Prozess. In der englischen Sprachkultur hat dieses Wort nicht den strengen, gerichtlichen Unterton, den es im Deutschen hat. Im deutschen Sprachraum würde Gendlin vielleicht eher von Geschehenlassen sprechen. 

Wenn man mit diesem Prozess ein wenig vertraut wird, kann man das Focusing für sich selber durchführen.

Ich erlebe, dass ich es mir  tatsächlich zur Gewohnheit gemacht habe, über Ereignisse, Entscheidungen, schräge Gefühle, Sorgen zu focusen. Und zwar unmittelbar.

Oft focuse ich mitten im Geschehen, in einer Konferenz, auf einem Filmdreh, im Schneideraum. An meinen Arbeitsorten eben. Ich verabschiede mich kurz nach innen und frage meinen Körper, "hey, was ist los?" Erst langsamer, dann immer routinierter, höre ich die Antwort.

Es ist "wooow", es ist ein Helfer, von dem ich mir niemals hätte träumen lassen, dass ich ihn mit mir führe. 

Focusing ist sehr vielseitig einsetzbar:

Es kann kreative Prozesse erhellen. Beispiel: Ich baue eine neue Website und irgendwas stört mich, ich habe so ein Bauchgefühl, obwohl das Team begeistert ist. Ich frage innen an. Ich frage tatsächlich sehr konkret. Farbwelt? Headline? Seitenaufbau...was so kommt.  Und ich kriege eine Wort. Jedesmal.

Focusing kann auch zwischenmenschliche Probleme erhellen. Es gibt Streit über etwas, von dem eigentlich beide wissen, dass es Blödsinn ist. Darum geht es schon lange nicht mehr. Worum geht es wirklich? ist die mutige Frage an den Körper. Denn er wird antworten!

Er hilft uns, eine Konfliktkultur zu entwicklen. Denn Auseinandersetzungen müssen weder schädlich, noch aggressiv, noch persönlich sein. Sie können durchaus fürsorglich sein! Und mit dieser Erkenntnis öffnet sich eine neue Welt.

Focusing  kann auch Schwung in  therapeutische oder ärztliche Prozesse bringen

(ohne selbst eine Therapie-oder Heilform zu sein).

Oft haben die Fehlstellungen in unserem biologischen oder psychischem System eine einst erfahrene Ursache. Und manchmal tut es einfach gut, sich die Erleichterung zu gönnen, das klar zu sehen. Focusing bringt den Menschen wieder in Kontakt mit seinen wahren Gefühlen und es lehrt einen, den eigenen Gefühlen Stand zu geben. 

Focusing hilft, wenn Sie im Beruf klare und wichtige Entscheidungen treffen müssen. In dieser schnellen Welt müssen Entscheidungen mit großer und manchmal unüberschaubarer Tragweite oft zu schnell gefällt werden. Es darf keinen Stillstand geben, das toleriert unsere Gesellschaft leider nicht mehr. (Aber ich bin ein Optimist: wir werden es irgendwann wieder lernen!) Viele beratende und gut gemeinte Ratschläge prasseln auf einen ein; wem vertraut man jetzt?

Einfache Antwort: dem eigenen Körper. Er kennt deine Antwort. 

Ann Weiser Cornell, die lange an Gendlins Seite gearbeitet hat, sagt:

"Focusing ist der Schlüssel dazu, wie Sie Ihr Leben

       auf eine Weise verändern können, die Ihren inneren Richtigkeitssinn

       befriedigt."

Viele Grüße

an euch alle,

Birgit

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