Raunächte mit dem I-Ging / Folge 1

Kan/Dschen, Der Neuanfang

 

Hallo und willkommen zur Reise durch die Raunächte!

Es ist ein ungewöhnliches Vorhaben, denn wir mischen zwei alte Kulturen: die keltisch-germanische und die chinesische.

Von den Kelten borgen wir uns die rituelle Seite, von der chinesischen die tiefe Einsicht in das Menschliche.

 

Vorgehensweise

Im Laufe der 12 Tage werde ich täglich ein neues Hexagramm mit Botschaften an euch veröffentlichen. Sie werden auch Anleitungen enthalten, was ihr in euer Heft schreiben könnt. Ich ermutige euch, eurer eigenen Intuition und Schreibkreativität zu folgen.

Freut euch schon mal: In einem der letzten BLOG Beiträge wird es

ein Podcast Interview mit I-Ging Autorin Hanna Moog

 

geben.

Die modernen Raunächte

Unsere Altvorderen wurden mit dem Übergang von Mondkalender (354 Tage) auf den Sonnenkalender (365 Tage) konfrontiert. Für sie war diese Entwicklung ähnlich erschreckend, wie für uns heute die technische Informations-Explosion und die Aussichten auf den Vormarsch künstlicher Intelligenz.

Die Komplexität und der ungewisse Verlauf unserer Gesellschaft erzeugen tiefes Unbehagen. Während die Alten konkrete Angst vor Verhungern, Kälte und bösen Geistern hatten, haben wir abstraktere Ängste Zukunftsängste: Bald 10 Milliarden Menschen wollen ernährt werden, die Natur bockt gegen Ausbeuterei und wir können uns nicht mehr sicher sein, wer dieses Schiff eigentlich steuert.

Unsere Urahnen haben sich während der Raunächte an strenge Rituale gehalten, haben mit Geistern verhandelt und sie mit wertvollen Geschenken zu besänftigen versucht. Die Raunächte waren eine Zeit tiefster Demut, innerer Selbstschau und Reinigung. Diese innerliche Haltung ermöglichte es ihnen, mit dem Unbekannten fertig zu werden und Raum zu schaffen für eine Zukunft. Diese Zukunft sind wir.

Jetzt haben wir die Möglichkeit, dieselbe Offenheit für Neues, die Bereitschaft zur Innenschau und die Überprüfung unserer Werte auf Zukunftstauglichkeit zu überprüfen. Dieser Weg ist deine freie Wahl. Es gibt keinen Druck mehr von Geistern und Kälte. Wir kennen stattdessen zelluläre Krankheiten und globale Auseinandersetzungen, Flüchtlingsströme und eine herzzerreißende Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Güter. Um so wichtiger, sich die Zeit zu erobern, um einmal gründlich sauberzumachen. Innen wie außen, oben wie unten. Denn wie wir sehen werden, findet die Reinigung und Klärung des großen Ganzen aus deinem Inneren statt. Strahlkraft!

Der Aufwand ist für uns heute ein anderer, wir müssen uns den freien Raum für dieses Ritual aus einem überfüllten Kalender abzwacken, Stille gibt es kaum noch. Wir sind aufgerufen, diese kurze Zeitspanne von nur 12 Tagen gut zu planen. Das schaffst du! Auch wenn es etwas Disziplin erfordert.

Ich freue mich, dass du dabei bist!

Ich erinnere kurz, dass ich in Folge 0 die Vorbereitungen detailliert erklärt habe.

Das I-Ging und der Weise

Die 64 Hexagramme des I-Ging bezeichnen den inneren Wandel, den ein Mensch- durch viele Lebensstationen- hindurch erlebt. Jedes Hexagramm-Bild enthält zusätzlich 6 sogenannte Wandellinien, die genauer auf die Aspekte des Themas eingehen. Das soll als Information an diese Stelle reichen. Für Fragen bin ich jederzeit offen.

Wir begegnen heute zum ersten Mal dem Weisen, der uns durch die Raunächte führen wird. In den nächsten Folgen wird der/das Weise ausführlich beschrieben, hier sei so viel vorweggenommen: Es ist keine vermenschlichte Figur mit Rauschebart und chinesischen Kostüm. Es ist keine Gottfigur, kein aufgestiegener Meister, kein Engel, kein Guru. Es ist vorstellbar als ein liebevolles, wissendes Energiefeld. Um daran zu erinnern, spreche ich oft von der/das Weise.

 

Das erste Hexagramm- Der Neuanfang

Das ist wirklich Zufall, aber was könnte ein passenderer Auftakt sein, als das Hexagramm Der Neuanfang! Wir erhalten wichtige Informationen über das Wesen des Kosmos und den Platz des Menschen darin. Hierbei handelt es sich vor allem um einen Neuanfang in unseren Beziehungen, der Beziehung zu uns selbst und unserer Beziehung zu anderen. Es sich ist ein kosmisches Geschenk.

 

Häufig erhalten wir diese Botschaft, wenn ein Zyklus zu Ende gegangen ist. Dieser Zyklus mag durch widrige Umstände gekennzeichnet gewesen sein. Wir haben etwas Einschneidendes erlebt, wir konnten unsere Träume nicht verwirklichen oder etwas, was wir uns sehr gewünscht haben, ist nicht in Erfüllung gegangen. Das I-Ging spricht in all diesen Fällen von widrigem Schicksal.

 

Die Begriffe "Schicksal" und "widriges Schicksal" spielen im I-Ging eine zentrale Rolle. Insbesondere für den Neuanfang. Im normalen Sprachgebrauch haftet dem Wort Schicksal ja etwas Negatives, etwas Unumgängliches, etwas Unverschuldetes an; etwas, was einen trifft, wie ein Donnerschlag.

Im kosmischen I-Ging, aus dem ein positives energetisches Feld zu uns spricht, wird das gänzlich anders gesehen. Hier wird widriges Schicksal als freundliche Kurskorrektur für einen Menschen gesehen, der vom Kurs seiner persönlichen inneren Wahrheit abgekommen ist. So lebt er nicht das was ihn zutiefst glücklich machen würde. Man könnte sagen, dass der Kosmos ihm wieder aufs Gleis hilft. Was aber ist dieser Kurs?

 

Der Sinn unseres Lebens besteht gemäß der/dem Weisen darin, unsere Einzigartigkeit zum Ausdruck zu bringen.

Diese Einzigartigkeit ist unbedingt zu unterscheiden von "besonders", "außergewöhnlich", oder "ausgefallen" sein wollen. Diesen vermeintlichen Sinn hat man uns in dieser Gesellschaft frühzeitig eingeimpft und es ist eine Strampelei, die wir zeitlebens bis zur Erschöpfung betreiben. Wir wollen uns unterscheiden, herausstehen. Oder wir wollen uns einer Norm besonders anpassen (dünn sein, schön sein, berühmt sein.

Doch wozu?

Das kosmische I-Ging sagt, deine Einzigartigkeit ist dein Geburtsrecht und du hast alle Talente, die du brauchst, als Geschenk mitbekommen. Im Laufe der 12 Tage wirst ein immer klareres Bild davon bekommen, was es sein könnte.

 

Widriges Schicksal wird durch Denken, Sprechen und Handeln erzeugt, was sich gegen den Einklang mit dem Kosmos richtet. Und diese Wirkung erfolgt zwangsläufig. In gewisser Weise funktioniert das wie ein physikalisches Gesetz: Haltung --> Wirkung.

 

Der/das Weise rät dir, dass du dich für eine Weile in Nichthandeln übst. Damit meint er, dass du jene verurteilende Stimme (auch als innerer Kritiker bekannt) außer Kraft setzt. Achte auf diese Stimme. Wenn du sie hörst, bitte sie höflich still zu sein und sage ihr, dass du dich ihr zu einem anderen Zeitpunkt widmen wirst. So weiß sie, dass sie gehört wurde. Dies ist übrigens ein Focusing Ansatz- der inneren Stimme dazu zu verhelfen gehört zu werden. Mehr Informationen dazu findest du an anderer Stelle im Blog.

Jetzt aber steht dir ein Ein neuer Weg offen. Dein Neuanfang.

 

(...) Zeit für einen Eintrag in dein Heft
  • Stelle dir ein Ereignis vor, das du als persönliches widriges Schicksal einordnen würdest. Nimm zum Lernen nicht zu Schweres, ein Missgeschick reicht schon. Du kannst auch wiederkehrende Wörter aufschreiben, die deine innere Stimme, dein innerer Kritiker wiederholt ins Spiel wirft.

  • Atme zuerst gut ein und aus, dann bist stabilisiert.

  • Das Missgeschick oder die Stimme von innen ist zunächst sehr konkret. ("Sie hat", "ich habe", ...und dann und dann...) Bleibe ruhig und versuche den Kreis der Wahrnehmung zu vergrößern. Wie die konzentrischen Kreise, wenn du einen Stein in einen Teich geworfen hast.

  • Wer war noch beteiligt? Zensiere nichts, wenn dir dein Ur-ur-urgroßvater in den Sinn kommt, schreibe es so auf.

  • Woran erinnert dich der Vorfall? Etwas was du erlebt, gesehen oder gehört hast? Erweitere den Kreis noch mehr.

  • Welche Menschen kommen dir in den Sinn? Es müssen keine unmittelbar Beteiligten sein. Eine alte Lehrerin? Ein Ex-Nachbar? Der Apotheker? Eine Romanfigur? Egal, öffne deinen Geist, ziehe weitere Kreise.

  • Könntest du das Geschehen (gedacht) an einen anderen Ort verlegen? Auf einen Berggipfel? An einen Strand? Auf eine Theaterbühne? In die U-Bahn? Wir sprechen die assoziative Seite in uns an. Hier ist alles möglich. Beschreibe ihn gründlich. Möglicherweise bemerkst du jetzt schon, dass sich das Problem anders anfühlt.

  • Belasse es für heute dabei. Danke dem Weisen, dass er dich dorthin geführt hat. Manchmal wird es so sein, dass du in den folgenden noch einen entscheidenen Impuls hast. Lass deshalb nach jedem Eintrag etwas Platz im Heft.

 

Ich möchte euch ermutigen, Kommentare zu schreiben. Andere, die die diese geistige Pilgerfahrt mitmachen, werden euch dankbar sein. Ich werde jeweils den Weisen um Antwort bitten.

 

Teilt den BLOG mit Freunden, Gleichgesinnten, Aufgeschlossenen und Interessierten.

 

Ganz herzliche Grüße,

bis morgen zu Folge 2

 

Birgit

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