Raunächte mit dem I-Ging / Folge 2 am 25.12

Kan/Sun HX 48 Der Brunnen

Hallo zu Folge 2!

Schön, dass du wieder da bist! ich hoffe, das gestrige Hexagramm Der Neuanfang hat dich inspiriert.

 

Heute hat derWeise uns das Hexagramm Der Brunnen zugedacht. Ich habe das Wesentliche so zusammengefaßt , dass es auch für Nichtkenner des I-Gings leicht verständlich ist.

"Man mag die Stadt wechseln, aber kann nicht den Brunnen wechseln".

Das Wasser dieses Brunnens ist eine Metapher für die kosmischen Prinzipien.

Diese- so besagt die Metapher- befinden sich auf dem tiefen Grund des Brunnens. Lässt man einen Krug hinab, so erreicht man sein Wasser. Damit ist derZugang zur eigenen, inneren Wahrheit gemeint.

Der/das Weise (ihr erinnert euch, jenes liebevolle, schöpferische Feld) spricht auch davon, dass dieser Schöpfkrug nicht beschädigt sein darf, d.h., der Betreffende soll offen sein für neue Botschaften und Impulse. Hätte der Krug Risse, rieselten die Botschaften seiner eigenen, inneren Wahrheit an ihm vorbei. Es geht darum, zumindest für diesem Moment nichts zu bewerten, nichts abzuschlagen, sich nicht zu verschließen.

Zum Erkennungsprozess seiner inneren Wahrheit, sagt der/das Weise gleich vorne an, gehört auch, dass man sie sofort im Alltag anwendet. Beides, das Erkennen seiner inneren Wahrheit und ihr Ausleben führen zu wahrnehmbaren Veränderungen im Leben.

 

Das Symbol des Wassers

Das Wasser in diesem Bild Der Brunnen symbolisiert unsere Glaubensvorstellungen. Die einen sind weltlicher Natur, sie sind wie die Stadt, die man wechseln kann. Den Brunnen aber, unsere ureigene, ganz persönliche innere Wahrheit kann man nie wechseln. Ganz gleich wohin man geht, ganz gleich, was man im Außen tut, man nimmt sie immer mit! Diese innere Wahrheit ist die Konstante in unserem Leben, die dauerhafte Verbindung zum Kosmos. Sie zu kennen, ist der Schlüssel zum Glück. Sie nicht zu kennen, an ihr vorbeizuleben, ist Ursache für viel Leiden, das wir erleben.

Wenn man sich klarmacht, dass aus dem, was wir (täglich) denken, das entsteht, was wir als konkrete Situationen vor uns haben, dann ist das ein verständliches Bild. Und klar, wenn du jeden Tag dieselben Gedanken denkst, wie könnte sich im Außen etwas verändern?

Wasser symbolisiert insofern einen offenen Geist, der sich an unterschiedliche Zustände anpassen kann (Wasser, Dampf, Eis) und das überallhin fließen kann. Alles steht dir offen! Wenn du aber am Anfang der Reise schon denkst, "ja, wie soll ich das denn machen, ich muss doch..." , dann hast du keinen offenen Geist. Warte ab, was der Weise dir zeigen will. Er sagt:

Wasser ist wie unser Geist grenzenlos. Grenzen setzen nur wir uns selber.

 

Mehr über den Weisen

Der/das Weise ist ein wissendes, liebendes, schützendes, kosmisches Feld. Es ist uns sehr nahe, wenn wir uns für ihn öffnen. Es ist wichtig zu verstehen, dass der/das Weise nur mit einem offenen Geist Kontakt aufnehmen kann! Es entzieht sich, sobald wir kritisch, ungläubig, überheblich, fordernd, wissenschaftlich, religiös oder irgendwie besserwisserisch an es herantreten. Er steht nicht zur Verfügung für Diskussionsrunden!

Der/das weise Feld bittet euch eindringlich, es nicht zu personalisieren. Es ist kein Engel, kein kleiner oder großer Gott, kein aufgestiegener Meister, kein Außerplanetarier und kein Guru. Der/das Weise ist ein ruhiges, unbestechliches, ausgeglichenes kosmisches Feld, das über uns, unter uns, und um uns herum fließt. Wir bestimmen, wie nah es uns ist.

 

Es wäre ja zu einfach, wenn dieser Weise nicht einen aktiven Feind hätte, der verhindert, dass wir uns ihm näherten und von ihm lernten. Wer dieser mächtige Feind genau ist, offenbart sich im Verlauf der kommenden 10 Folgen. Es ist das Ego. Das kollektive, wie auch das individuelle.

 

Es erfordert eine Bereitschaft unsrerseits, den Kreis unserer persönlichen Denkmuster, angestaubter Sprachmuster und unreflektierten Handlungsweisen zu durchbrechen. Um dann eine Veränderung herbeizuführen brauchen wir den Weisen!

Da er eben keine Autoritätsperson ist, wird er uns keine konkrete Anleitung geben, sondern er wird uns fühlen lassen. Was sich gut anfühlt, ist in Einklang mit unserer inneren Wahrheit, was sich nicht gut anfühlt eben nicht.

Diese 12 Tage sind so etwas wie Fühl-Fitness.

Und genau das möchte er, dass wir zurückfinden zu unserem Herzverstand. Dazu müssen wir das Vertrauen entwickeln, zunächst unser starres Glaubenssystem loszulassen. Es ist ein bisschen wie Bunje Springen: Sich überwinden, loslassen, ekstatische Freude.

 

Dein Anteil am großen Ganzen

Dass wir bereit sind, vom Weisen zu lernen, ist also eine Grundvoraussetzung für Veränderung. Wir können denken, lesen und schreiben so viel wir wollen! Ohne ihn werden wir nicht vorankommen, wir drehen uns stattdessen im selbst gemachten Kreis.

Und mit Vorankommen (fälschlicherweise oft Erfolg genannt) ist nicht nur unsere Existenz hier auf Planet Erde gemeint, sondern insbesondere das große Ganze, von dem wir ein wesentlicher Teil sind. Wenn man bedenkt, wie oft wir denken, "was kann ich schon ändern...", dann erfahrt ihr hier, dass das eben nicht so ist! Ein wirklich verzaubernder Gedanke, der uns sehr hilft, die Dinge in unserem Leben mit Verantwortung zu tun, auch dann, wenn andere es nicht so machen. Wir wissen um das Zusammenspiel mit dem großen Ganzen.

Jedes noch so winzige Leben (nicht nur das menschliche) trägt dazu bei, dass seine Erfahrungen der Kosmischen Evolution verhelfen, sich zu entwicklen. Unser Verhalten fließt in das Kosmische Feld ein. Und nein, dieses Feld ist nicht schulmeisterlich: Fehler werden lediglich mithilfe des Weisen korrigiert. Erst wenn wir uns völlig uneinsichtig zeigen, entsteht widriges Schicksal. Auch darüber werden wir in den nächsten Folgen viel erfahren. Vorausblickend könnte man sagen: Fehlschläge in unserem Leben sind wahrscheinlich auf Sturheit zurückzuführen.

Die Voraussetzung für den Prozess der Veränderung zum Besseren ist Kommunikation, sprich die Verbindung mit dem Weisen. Deren Basis ist die innere Wahrheit, die wir aus dem heutigen Brunnen schöpfen.

 

Unterschiedliche Gesellschaftsformen haben eigene Definitionen entwickelt, was Veränderungen (sprich Vorwärtskommen, wie es im I-Ging heißt) angeblich heißen könnte.

Sie sind falsch!

Denn sie beruhen auf Regeln (also auf erstarrtem Gedankengut) und das kann keine Herzensbewegung sein. Herzensbewegung fließt. Zum großen Ganzen hin, vom großen Ganzen zurück zu uns. Wenn wir uns irgendwo unwohl fühlen, ist mit einiger Sicherheit dieser Fluss unterbrochen. Rückzug ist angesagt!

 

Wenn die Dinge in deinem Leben gerade nicht rund laufen, kann das vielleicht genau deshalb geschehen, weil deine Rückverbindung mit dem Kosmos wiederhergestellt wird. Energetische Kabelreparatur! Das braucht manchmal etwas Zeit (also Geduld!). Spür einfach mal kurz nach, könnte das sein? Hast du trotz aller Widrigkeiten ein gewisses Gefühl, dass sich etwas bewegt in deinem Leben?

 

Der Weise sagt dir noch, dass die innere Wahrheit, die aus dem Brunnen fließt, sich unterschiedlich bemerkbar machen kann: Es kann durch eine Art Geistesblitz geschehen. Plötzlich weißt du etwas. Es kann durch innere Bilder oder Träume geschehen. Es kann durch Wörter geschehen, die plötzlich auf deiner Zunge liegen und du weißt gar nicht, wo sie plötzlich herkommen.

 

(...) Möchtest du etwas in dein Heft eintragen...?

Ich mache euch wie immer Vorschläge, aber haltet euch an das, was euch spontan in den Sinn kommt. Folgt eurem Feingefühl.

  • Denkt einmal darüber nach, was typische Gedanken sind, die euch in den Sinn kommen, wenn man euch bittet, etwas Neues oder Anderes zu tun. Die Chefin oder der Kollege zum Beispiel. Wo und wann baust du Widerstände auf? Schreibe sie auf, aber zensiere sie nicht. Niemand wird diese Zeilen je lesen (ausser dem Weisen), deshalb versuche so ehrlich wir möglich mit dir selbst zu sein.

  • Was hast du für Sprachmuster? Was dir spontan in den Sinn kommt, schreibe auf! Gibt es bestimmte Redensarten, die du oft benutzt! Welche? Es lohnt sich sehr, hier einige Augenblicke zu verweilen und sich einzelne Sätze, Wörter aus der Nähe zu betrachten. Sind sie wohlklingend? Enthalten sie etwa noch alte militärische Wurzeln (davon gibt´s in der deutsche Sprache mehr, als du vielleicht denkst!).

  • Funktionieren Sprachelemente wie Barrieren? "Lass mich in Ruhe...!", ist so eine Barriere und meint meistens genau das Gegenteil! Sind sie vorwurfsvoll? Sind sie verteidigend? Selbstbeschuldigend? Sind sie besserwisserisch?

  • Ich weise in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Zeitanhalter hin. Ich habe darüber in einem vergangenen BLOG geschrieben. Das sind Wörter wie "immer", "dauernd", "nie", "jedes Mal". Sie schockgefrieren uns in einen starren Zustand, aus dem wir oder das Gegenüber nur schwer wieder herauskommen. Kennt ihr das?

  • Wer noch Lust geht weiter in seine Handlungsmuster. "Was tust du jedesmal wenn...?

 

Ich möchte noch sagen, dass ich in meinem Focusing Sessions, das I-Ging in diesem Sinne zurate ziehe. Es hilft uns manchmal ein belastetes Wort, einen versteckten Glaubenssatz oder ein unbewusstes Verhaltensmuster schnell aufzudecken. Wir wollen im Focusing Prozess nicht lange in alten Belastungen herumstochern, sondern wir wollen zügig einen freien Raum schaffen, in dem unser Körper mit uns kommunizieren kann.

 

 

Das war´s für heute.

Bitte teilt eure Erlebnisse mit anderen, schreibt in die Kommentare. Lernt von ihnen, wie sie von euch lernen.

 

Ich grüße euch von Herzen und wir sehen uns in Folge 3 wieder.

Birgit

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