Raunächte mit dem I-Ging - Folge 6 

Hexagramm 58 - Freude

Hallo ihr Lieben!

Ich freue mich auf den 6. Wegabschnitt dieser Raunächte-Reise. Ich begrüße alle, die heute zum ersten Mal dabei sind und rate euch unbedingt Folge 0 zu lesen. Dort habe ich beschrieben, wie diese Reise funktioniert. Die ersten 5 Folgen haben viel Hintergrund-wissen vermittelt, vielleicht findet ihr zum Ausklang des Jahres ja ein wenig Zeit um nachzulesen?

 

Das Hexagramm Die Freude.

Dui/Dui, Wasser/über Wasser. Es geht um die beiden konträren Aspekte des stillen Wassers. Dieses Hexagramm ist mit 2 Bildern verbunden: Das eine ist das stille Wasser eines ruhigen Sees, das andere das des stagnierenden Wassers eines Sumpfes.

 

Das stille Wasser des Sees

Dieser Aspekt des stillen Wassers weist auf die Bedingungen hin, die für wahre Freude stehen. Hier begegnet uns der offene Geist, der flüssig und ruhig ist. Ein flüssiger Geist ist beweglich, er ist nicht erstarrt in festen, unnachgiebigen Ansichten. Ruhig bedeutet immer die Abwesenheit von Ego- Emotionen. Diese Ego-Emotionen sind ein so wichtiges Thema für unser Fortschreiten, dass es uns vertiefend in einer der nächsten Folgen begegnen wird.

Ein ruhiger Geist ist auch auch durch die Abwesenheit von Vorurteilen gekennzeichnet.

Dieser fluide Zustand des Geistes macht den Menschen empfänglich für flüssiges Licht. Was ist flüssiges Licht?

Flüssiges Licht ermöglicht die sofortige Kommunikation mit dem Weisen durch Geistesblitze.
Flüssiges Licht

Ist es nicht ein faszinierendes Bild? Dieses flüssiges Licht ist ein Zustand unseres Geistes. Er ist vergleichbar mit einer Art wacher Trance: Alles in uns ist sehr ruhig, aber wir sind innerlich sehr wach und nehmen die Dinge auf vielen Ebenen wahr. Es ist nicht das tiefe Absinken in eine Meditation. Es ist eine Form höchster Aufmerksamkeit. In diesen Zustand hinein kann der/das Weise wunderbar mit uns kommunizieren. Endlich!

Die Form der Kommunikation vollzieht sich meistens als Geistesblitz, der entsteht, wenn sich das Gefühl einer Wahrnehmung plötzlich in Worte oder Bilder umsetzt.

Es gibt noch andere Formen der Kommunikationen mit dem Weisen. Der/das Weise rät uns aber, es für heute dabei zu belassen.

 

Der stagnierende Sumpf

Die Kehrseite der Medaille. Hier spricht der Weise das Reich des dämonischen Bewusstseins an. Dies sind Einflüsse, die dazu führen, dass wir in erstarrten Denk- und Verhaltensmustern verhaftet bleiben. Dieser Bereich besteht aus Elementen, die durch den falschen Gebrauch von Sprache erschaffen wurden. Dieses Bewusstsein kämpft gegen das kosmische Bewusstsein, indem es falsche Worte gebraucht, um die kosmische Wirklichkeit zu verzerren. Es ist wichtig, diese Verzerrung der sprachlichen Ebene zu verstehen und sie ernst zu nehmen. Unsere Sprache ist unsere einzigartige Gabe, aber sie sie gleichzeitig auch ein erhöhter Schwierigkeitsgrad. Darauf geht der/das Weise näher ein:

 

Dämonisches Bewusstsein

Der Mensch hat die Fähigkeit, Bewusstsein durch Sprache und Bilder zu erschaffen. Im Negativen wie im Positiven. Alles, was von einem falschen (nicht an den Kosmos angebundenen) Bewusstsein stammt, wird in die Wirklichkeit projiziert. Diese projizierte Wirklichkeit nennen C. Anthony und H. Moog eine Parallelwirklichkeit.

Unsere einzigartige Sprachbegabung birgt also auch die Möglichkeit, dass wir damit etwas erschaffen, was nicht im Einklang mit dem Kosmos ist. Wir glauben dann, es sei die Realität und akzeptieren es als solche. Die Eingebung, dass wir selbst die Quelle dieses "schlechten Films" sein könnten, erreicht uns schwer. Seine Wächter heißen Zweifel und Angst und sind sehr gut trainiert!

 

Die Freude

Die Freude bedeutet das Gefühl von Erleichterung, das sich einstellt, wenn die Dinge richtig benannt sind. Diese Geschichte mit der korrekten Benennung eines Dinges hat weitreichende Konsequenzen für unser persönliches Wohlbefinden, für unsere Freude am Leben. Nein, es handelt sich hier nicht um einen Sprachlehrgang, sondern wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass wir häufig, fast immer eigentlich, das wahre Wesen eines Dinges/einer Situation/einer Beziehung nicht erkennen und demnach sprachlich falsch ausdrücken. Dieser falsche Ausdruck entwickelt ein Eigenleben und stellt plötzlich unsere Wirklichkeit dar. Wenn wir beispielsweise einen anderen Menschen als Tyrann darstellen, und vielleicht viele Facetten davon ausschmücken, wird diese Tyrannei zu unserem eigen Gefängnis.

Vielleicht hast du schon einmal erlebt, dass eine Situation dich wirklich sehr mitnimmt, sehr verärgert, fast handlungsunfähig macht und plötzlich stellst du fest, das andere das gar nicht so sehen, es nicht einmal nachempfinden können! Du wirst vielleicht zornig, traurig, selbstzweifelnd, oder deprimiert. Der Fehler liegt auf der Ebene der Benennung. Aber wenn wir uns nicht halsstarrig verhalten, indem wir unsere Energie in Rechtfertigung versenken, liegt die Freude näher als du denkst.

 

Der ruhige See ist ein Symbol dafür, wie es sich anfühlt, wenn man das wahre Wesen einer Sache wahrgenommen hat und eine Art Austausch stattgefunden hat. Um die Freude zu finden, sagt uns das weise Feld, dürfen wir seine Hilfe in Anspruch nehmen, wenn es darum geht, den korrekten Ausdruck für die innere Wahrheit einer Situation herauszufinden. Besonders im zwischenmenschlichen Bereich, in unseren Beziehungen, benutzen wir Sprache sehr oft um jemanden Eigenschaften zuzuschreiben, die vielleicht in der Form gar nicht richtig sind. Vielleicht nicht einmal vorhanden sind. In jedem Fall entsprechen sie nicht der gefühlten, kosmischen Wahrnehmung.

 

Der falsche Gebrauch von Sprache

Unser unachtsamer Gebrauch von Sprache ist es, der es dem kollektiven Ego gestattet, uns seine inkorrekten Werte überzustülpen. Seine parallele Wirklichkeit kann nur existieren, weil wir zulassen, dass die Dinge falsch benannt werden. Und leider hinterfragen wir nichts. Wir benennen diesen Zustand oft mit Worten wie, "...jeder lebt in seiner eigenen Welt," und akzeptieren die Trennung voneinander. Und schon leben wir unter der Glocke einer verzerrten Bewusstseinssphäre.

 

Diese verzerrte Bewusstseinssphäre (das kollektive Ego) ist an den gesunden Energiefluss aus dem Kosmos (Chi Energie) nicht angeschlossen. Es hungert also und sucht Futter! Dich, mich, uns alle! Um uns dieser unschätzbar wertvollen Lebensenergie zu berauben, bombardiert es uns mit Ängsten und Glaubensvorstellungen, die uns die Knie zittern lassen. Es ist immer eine Form von Mangelbewusstsein! Etwa so: "...es mangelt dir an Hilfe, um zu überleben...", "...wenn es nicht die helfenden Institutionen des kollektiven Ego gäbe, dann würdest du untergehen...". Bis hin zu: "Du kannst es nicht alleine schaffen" und die größte Unverschämtheit von allen: "..du kannst das nicht!".

Ich möchte hier anhalten. Uns allen ist sofort klar, in welchem Ausmaß diese Beeinflussung stattfindet. Um zu begreifen, dass wir aktiv (!) selbst daran beteiligt sind, werden wir vielleicht einen Moment brauchen. Wichtig ist: komm aus deiner Angst und arbeite an der Kommunikation mit dem Weisen.

 

Der korrekte Gebrauch von Sprache

Der korrekte Gebrauch von Sprache ist eines der Grundthemen des I-Ging. wir wissen jetzt, dass die falsche Benennung von Dingen Selbst- und Weltbilder erzeugt, die nicht in Übereinstimmung mit dem kosmischen Bewusstsein sind.

Das Kosmische Bewusstsein drückt sich in unzähligen, unterschiedlichen Formen aus. Der Mensch hat eine besondere Form des Ausdrucks als Gabe erhalten: die Sprache. Eigentlich soll sie dazu dienen, dass wir unsere Einzigartigkeit ausdrücken. Wir wissen bis hierher aber schon, dass sie auch das Potenzial hat, ein unabhängiges Bewusstsein zu erschaffen, das sich sogar dem kosmischen Bewusstsein entgegenstellt und so eine Art Parallelwirklichkeit erschafft.

Der/das Weise hat euch zuvor gebeten, ihm keinen Namen zu geben, ihm kein Bild (Mann mit Rauschebart) anzuheften. Nennt ihn bitte nicht "Gott".

Das Wort Gott ist eines der problematischen Sprachgebräuche in unserer Kulturen. Es ist belastet mit Vorstellungen, Ausschlüssen, Schuld und Sühne Konzepten, es hat das Potenzial, dass Menschen darüber Kriege gegeneinander führen. Wenn du dir ganz sicher bist, dass du mit dem Wort Gott die reine Energie der Liebe meinst, dann ist das okay.

Aber prüfe dich gut- mithilfe des Weisen.

Viele fehlgeleitete Ideen drehen sich darum, dass man das Sein in Himmel und Erde unterteilt. Insbesondere in spirituellen Kreisen wird die Zughörigkeit zu einer vermeintlich höheren Dimension wieder als Ausschlusskriterium benutzt! Man fühlt sich als "checker".

Das würde jedoch bedeuten, dass der Kosmos hierarchisch strukturiert wäre, so wie unsere Ego-Logik das gerne hätte. Oben/unten, stofflich/nichtstofflich, gut/böse.

Aber was, wenn das nicht so wäre?

 

Unsere Fähigkeit zu logischem Denken hat dazu geführt, dass wir uns über das Fühlbewusstsein hinwegsetzen und das Denkende Bewusstsein als höherwertig betrachten. Aber:

Das Denkbewusstsein braucht die klare Führung des Fühlbewusstseins.

Die Herabsetzung des Fühlbewusstsein geschieht meistens schon in sehr frühem Alter, sodass man sich als Erwachsener bereits daran gewöhnt hat, seiner Denkfunktion den Vorrang zu geben.

Wenn wir auf die wissenschaftlichen Errungenschaften der Vergangenheit und Gegenwart schauen, ja, dann sind das große Leistungen, aber aus kosmischer Sicht nur klitzekleine Aspekte eines großen Ganzen. Dennoch sind wir wissenschaftsgläubig geworden. Insbesondere die Quantenphysik wird gerne hergenommen, um kosmische Zusammenhänge zu "beweisen" oder zu "widerlegen". Weil wir nichts glauben, was nur auf einem Gefühl basiert.

Dabei sind wir so gut ausgestattet!

 

Als Autorin hat Sprache für mich einen natürlichen Reiz, als Coach sehe ich, dass hier viele Lösungen für den Zugang zu unserer inneren Wahrheit liegen. Im Frühjahr wird es einen Workshop zum Thema Sprache und Identität geben. Ich bin noch unentschieden, ob online oder als Präsenz Veranstaltung. Was meint ihr?

 

(...) Zeit für dein Heft
  • Vielleicht ist heute ein guter Moment, um sich einmal mit deiner Beziehung zum Weisen auseinanderzusetzen. Hast du beispielsweise Schwierigkeiten zwischen der Anrufung des Weisen und der eines Gottes/Meisters zu wählen? Macht es dir ein schlechtes Gewissen, wenn du den Weisen und nicht deinen Gott/Meister anrufst? Urteile nicht, sondern lass das Feld einfach mal wirken und warte ab, was sich zeigen wird.

  • Hier liegt großes Potenzial zur Veränderung. Vielleicht versuchst du einfach mal, das Klangbild der/das Weise zu erfühlen. Fühle die positive Beziehung zum Kosmos.

  • Wie Vieles im Leben, ist es eine Frage der Übung. Es wird dir umso leichter gelingen, je öfters du es versuchst. Erlaube deinem Verstand nicht, es als "Quatsch" abzutun. Er wird es versuchen!

 

 

So leicht Freude klingt, so grundlegend war die Wissensvermittlung des Weisen heute. Er bittet euch dranzubleiben und die Beziehung zu eurem Fühlbewusstsein kontinuierlich zu stärken.

Es ist befreiend und lohnenswert.

 

Bestimmt sind heute Fragen offen geblieben. Ich bin gespannt und freue mich auf Folge 7 mit mit euch.

 

Herzliche Grüße bis morgen!

Birgit

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