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Dein Denkraum - geschlossen oder ziemlich geschlossen?

vor 5 Tagen
2 Min. Lesezeit


Wir haben vor kurzem einen Workshop zum Thema Mindset/Denkraum abgeschlossen und es war – wie so oft – eine lohnende Reise. Ich glaube, dass so gut wie jeder Mensch ankommt mit der Überzeugung, dass sein/ihr Mindset offen, liberal, tolerant und flexibel ist.

Bis es auf die Probe gestellt wird.




Unbequeme Fragen und abgelehnte Weltbilder erzeugen Spannung.

Man steht sich schulterzuckend gegenüber und zieht sich zurück in den engeren Kreis, um es genau zu sagen, in den geschlossenen Denkraum und haucht leise vor sich: „Denk doch, was du willst, ich habe da andere Erfahrungen“, und (sehr, sehr leise hinten dran): „Ich weiß, wovon ich rede!“ Punkt, aus, Schluss.


Hmmm, ich schmunzle unter meinem Hut.


Ich mag diese Zone. Kratzig, verwegen, aufmüpfig, beleidigt, besserwisserisch. Ich lächle, weil ich mich hier oft aufhalte. Und ich weiß, dass sich jede Veränderung, jede Verbesserung, jede Erweiterung erst in dieser Spannungszone entladen muss.


Unser Mindset ist sehr fein eingestellt; so fein, dass wir es gar nicht mehr bemerken. Wir können eigentlich gar nicht auf die Idee kommen, dass wir mal nachjustieren müssten, so fein ist es kalibriert. Es ist mit uns groß geworden. War mit im Sandkasten, in der Kita, im Kindergarten, hat mit beim Schulabschluss gesessen und in der Ausbildung.


Es hat uns immer vorgesagt. Und wir haben es immer geglaubt.


Bis es eines Tages irgendwo knirscht. In der Beziehung, mit den Kollegen, sogar in der oberen Etage. Man kommt einfach nicht weiter. Die Teams funktionieren nicht, die Ziele lassen sich nicht durchsetzen. Das ist sie: die Zone.


Wir fangen an zu erklären, zu rechtfertigen, zu beweisen und zu belegen. Aber es fällt nicht auf fruchtbaren Boden. Keiner will’s hören. Mein Magen zieht sich zusammen, „Das kann doch nicht wahr sein!“, blöke ich.


Die Zone blüht auf.


Ich sag’s deutlich: Von hier gibt’s keine Flucht. Bleib einfach hier und halte die Spannung aus. Frag dich, warum du so eng denkst. Warum du lieber alles alleine machen möchtest?


Dein Denkraum ist verschlossen wie ein Kellerfenster. Es gibt keinen Austausch, keine Freiheit, kein Experimentieren. Es gibt keine neuen Impulse.


Ich lächle wieder. Weil ich weiß, wie schön es ist, wenn die anderen dazukommen.


Wenn aus Konfrontation Kooperation wird. Wenn es plötzlich Gemeinsamkeit gibt. Das ist die Begegnung mit dem Nichtwissen. Man kann nicht alles vorausplanen, man sieht die Dinge nie ganz, aber es gibt immer jemanden, der den Teil sieht, der für dich gerade im Schatten liegt.

Das Öffnen des Denkraums ist nicht leicht. Aber es ist der Weg der Leichtigkeit.


Deshalb lächle ich. Das ist mein Job.










 
 
 

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