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Tag vorbei. Inneres Radio noch an? Wie du die Gedankenschleifen stoppst

vor 3 Tagen
2 Min. Lesezeit


Du bist viel zu spät aus dem Büro gekommen. Eigentlich wolltest du noch etwas erledigen, aber die Familie wartet schon. Du hast Hunger, und eigentlich wärst du gern im Restlicht des Tages noch ein bisschen gelaufen.

Doch die Gedanken lassen dich nicht los:

  • Die unerledigte Aufgabe des Tages dreht noch eine Runde.

  • Die To-do-Liste für morgen klopft schon an.

  • Der Konflikt im Büro oder die Präsentation am Donnerstag kommen wieder hoch.


Und irgendwann, weit nach Mitternacht, denkst du plötzlich: „Ich müsste mal das Gartentor streichen.“

Spätestens an diesem Punkt dürfen wir laut daran zweifeln, ob unser Gehirn gerade wirklich an der Lösung der großen Fragen unseres Lebens arbeitet.


Das Phänomen „Berg Mitternacht“

In meinem Buchprojekt habe ich diesem merkwürdigen Übergang zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Tag und Nacht, den Namen „Berg Mitternacht“ gegeben.

Wir sind es gewohnt, Dinge zu Ende zu bringen. Wir sind gute Teamplayer und wollen die anderen nicht enttäuschen. Wir sind super Eltern und wollen die Kids nicht vernachlässigen. Wir sind tolle Freunde und wollen auch sie noch einbeziehen. Wir denken an die Familienfeier und an den Geburtstag von Onkel Alfred. Die Redaktion von Gedankenschleifen FM arbeitet auf Hochtouren.


Tagsüber ist der Berg nicht da. Du arbeitest, entscheidest und erledigst. Aber wenn es still wird, steht er plötzlich wie eine unüberwindbare Wand vor dir.

Wir glauben dann fälschlicherweise, wir müssten auch das jetzt noch hinter uns bringen: den Konflikt zu Ende denken, eine Lösung für morgen finden und endlich Ordnung im Kopf schaffen. Wir denken, erst dann wäre endlich Ruhe.


Aber das Gegenteil passiert: Genau dabei erschöpfen wir uns immer weiter. Und wir verlieren ausgerechnet das, was wir zum Einschlafen und Entspannen so dringend brauchen: ein natürliches Ende.


Merke: Niemand klettert auf den Berg Mitternacht!

Der Berg Mitternacht ist ein Phänomen! Und ernsthaft: Mache keinen Versuch, ihn zu besteigen oder zu überqueren. Er ist endlos. Er ist eine Falle.

Stattdessen betrachte deine Gedanken als diesen Berg. Sieh dir dieses düstere Monster an. Seine Konturen, seine zackige Form, den Scherenschnitt von schiefen Bäumen an seiner Flanke. Sieh ihn dir genau an.

Und während du ihn studierst, rückt er unmerklich in die Ferne. Er schenkt dir Raum. Freiraum zum Atmen, Freiraum ohne Gedanken. Freiraum, in dem du nichts tun musst.


Während du ihn genau beobachtest, werden deine eigenen Konturen weicher. Deine Sorgen und Gedanken werden Teil eines großen, fernen Panoramas. Es fühlt sich fast so an, als würdest du auf einer Luftmatratze im seichten Wasser davonfliegen und davonschweben.


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