Die feindlichen B´s

Aktualisiert: Mai 24


Heute morgen wende ich mich mal wieder dem I-Ging zu. Ich schreibe über die beiden feindlichen B´s. Hierbei handelt es sich um eine intensive, uralte und nicht leicht zu erfassende Feindschaft!

In jedem von uns schlummern die beiden B´s und machen uns das Leben schwer. Manchmal weil wir keine Ahnung haben, dass sie überhaupt da sind; und manchmal weil wir nicht wissen, wie wir sie loswerden sollen. Da könnte man sich fragen: was soll´s also? Oh nein, so leicht kommen wir nicht davon!


Die beiden B´s heißen Bescheidenheit und Besonderheit.


Sie sind sich so spinnefeind, dass sie eigentlich gar nicht einer Zeile gesehen werden wollen.

Es geht um eine Tugend und eine Untugend. Mir fällt gerade auf, dass diese Wörter Tugend und Untugend richtig unmodern geworden sind. Gibt es sie überhaupt noch? Ein schneller Blick auf Wikipedia beantwortet die Frage:ganz klar ja! Hier wird ein ganzer Tugendkatalog (mit 12 Unterpunkten) aufgelistet. Man wundert sich. Aristoteles, Platon, alle haben sie an dem Rad mitgedreht. Aber die Vokabeln sitzen locker wie Herbstblätter: es gibt Kardinaltugenden, sogar Rittertugenden, bürgerliche Tugenden-- aber allesamt sind sie gesellschaftliche Definitionen. Sie unterliegen subjektiven Sichtweisen, sind unzuverlässig und ändern sich dauernd. Es soll ja keine Ruhe reinkommen!

Und hier kann ich klar abgrenzen: genau darum geht es laut I-Ging nicht.


Das kosmische I-Ging lehrt uns vielmehr, dass Bescheidenheit eine der (drei!) kosmischen Tugenden ist. (Ich greife vor: die anderen beiden anderen sind Einzigartigkeit und Gleichwertigkeit). Als Dreiklang verleihen sie uns das, was wir Würde nennen (wieder so ein sterbendes Wort).

Aber Würde ist ein so wichtiger Aspekt des Lebens, dass ich darüber mehr schreiben möchte.


Aber erst einmal zurück zum ersten B.

Bescheidenheit, könnte man denken, hat etwas mit Genügsamkeit zu tun, "nimm bloß nicht das letzte Stückchen Kuchen", oder wenn im Outlet fünf Channels daliegen, dann nimm nur vier! Sei bescheiden! Im kosmischen Sinne hat Bescheidenheit damit natürlich nichts zu tun. Das sind gesellschaftliche Benimm-Regeln und um die geht es nicht. Das wissen wir schon. Irgendwie.


Bescheidenheit hat laut I-Ging mit dem Zusammenklang unsere Sinne zu tun. Unserer inneren und äußeren Sinne. Das äußere Hören beispielsweise und sein innerer Gegenpart: die innere Stimme. Wenn du hier einen Moment verweilst, wirst du dich bestimmt an Situationen erinnern, wo sich dies Stimme, dieses innere Hören deutlich gemeldet hat. Gab es einen Widerspruch?


Das I-Ging nennt das Zusammenspiel der inneren und äußeren Sinne Bauchgefühl. So hieß es das früher, bevor es irgendwie verloren gegangen ist und als Grundlage für Urteile und Entscheidungen aus der Mode gekommen ist! Dem Bauchgefühl traut kein Mensch mehr. Wer so was macht, steht irgendwie nicht richtig im Leben, ist ein Träumer (und allein deshalb schon verlorenen), er ist ein Esoteriker (also weltfremd), er leidet an Bildungsmangel oder er kommt aus einer anderen Zeit (die Oma, die "Knie" hat, wenn ein Sturm aufzieht). Es gibt ganze Berufsgruppen, bei denen Bauchgefühl sogar ein K.O Kriterium ist.

Dass ich etwas abschweife zeigt vielleicht, dass ich unkonzentriert bin, aber es zeigt auch, in wie viele Ritzen der Begriff Bescheidenheit geflossen ist. Wie Wasser unter der Tür. Und immer haftet ihm ein Hauch von "weniger" an.


Das I-Ging sieht das anders: Bescheidenheit ist Teil des dreiteiligen Zugangscodes zu unserem wichtigsten, wertvollsten Schatz: unserer inneren Wahrheit. Sie ist das konkrete Gefühl, was sich in einer bestimmten Situation harmonisch anfühlt und was nicht. Vorbei an Konventionen, vorbei an Gruppendruck, vorbei an Angst, Schuld und Scham.

Die innere Wahrheit ist eine Art Gedächtnis, das in jeder einzelnen Körperzelle sitzt und in uns die Erinnerung aufrecht erhält, wie sich kosmische Harmonie anfühlt: wie es sich anfühlt als vollkommene Persönlichkeit in der Welt stehen zu dürfen, wie es sich anfühlt, zu etwas beitragen zu dürfen: zum Großen Ganzen. Bescheidenheit ist ein zentriertes Gefühl von Einfachheit und daraus resultiert völlige Zufriedenheit. Sie ist unser Zugang zum Glück.


Kommen wir zum Gegenspieler.

Die Besonderheit oder anders gesagt: besonders sein zu wollen ist eine Mausefalle. Käse- klapp! Sie ist eine Lebensfalle, in die viel Energie abfließt- auf nimmer Wiedersehen. Es ist ein Kampfmodus und die Regeln kommen ganz klar von außen, nicht von innen. Sie haben nichts mit unserer inneren Wahrheit zu tun, sie sind weit entfernt von jeglicher Harmonie. Die hart erkämpften Glücksmomente sind kurzlebig und kreischen nach Wiederholung mit immer höherer Intensität.


Der besondere Mensch unterliegt dem Irrtum, dass es erstrebenswert sein könnte, sich aus der Masse herauszuheben. Das missverstehen wir oft als Einzigartigkeit. Besonders sein zu wollen hat aber nichts mit kosmischer Einzigartigkeit zu tun. Diese ist uns angeboren und unser Geburtsrecht. Wenn man sich die Zeit nimmt und diesen Gedanken einmal tief einatmet, dann öffnet sich ein Resonanzfeld. Ein tiefe Entspannung und ein ausgedehntes Glücksgefühl werden leise wach. Um den Zugang zu dieser wirklichen, kosmischen Einzigartigkeit zu finden, muss ich Bescheidenheit kennen. Meine ureigene innere Wahrheit. Wer bin ich wirklich?


Ich werde mehr schreiben, bleibt dran! Aber ich habe mir vorgenommen die Blogs nicht länger als 3-4 Minuten Lesezeit zu gestalten.



Ich grüße euch herzlich.

Genießt den Wind, die fallenden Blätter, das Spiel der Farben.


liebe Grüße

Birgit


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Photo by Chris Sabor on Unsplash. Thank you Chris, for taking such an impressive Photo!



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